"Die Tränen des Phoenix" für ein besseres Miteinander in Essen-Kray

Caritas-Projekt sorgt für neues Leben in geschlossener Kirche - 01.02.2010

Essen (cde) - "Mensch - Kultur - Teilhabe"; unter diesem etwas sperrigen Motto stand ein Konzert des "Landesblasorchesters Nordrhein-Westfalen" am letzten Sonntag im Januar in der ehemaligen Kirche St. Winfried in Essen-Kray.
Mit Hilfe von Kunst und Musik sollte der Blick für Neues, bislang Unentdecktes geöffnet werden. Es ging um einen Anstoß, Handlungsmöglichkeiten jenseits der alltäglichen Routine wahrzunehmen, so die Intention der Veranstalter.

Über 100 Gäste kamen, manche auch, um die Gelegenheit zu nutzen, noch einmal die seit zwei Jahren geschlossene Kirche St. Winfried zu besuchen. Das Publikum wurde von Pfarrer Hermann-Josef Brandt von der Pfarrei St. Nikolaus und Herrn Meinolf Roth, dem Vorsitzenden der Theresia-Albers-Stiftung, begrüßt. Die Vorsitzende der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, Ursula Monheim MdL, war als Ehrengast anwesend. Frau Professorin Margot Sieger, die Verantwortliche für die wissenschaftliche Begleitung, stellte dem Publikum das zentrale Anliegen des Projektes vor.

Das Landesblasorchester Nordrhein-Westfalen, ein Auswahlorchester des Volksmusikerbundes NRWs , spielte Werke zeitgenössischer Komponisten aus Deutschland und Nordrhein-Westfalen. Ein künstlerischer Höhepunkt war das Stück "Die Tränen des Phoenix", das der Komponist Thomas Krause persönlich vorstellte. Für das Publikum besaß das Werk eine symbolische Bedeutung: Ganz so, wie das Fabeltier Phoenix sich aus seiner Asche zu neuem Leben erhebt, soll auch das ehemalige Gemeindeleben im Rahmen des Projekts in gewandelter Form erneut erwachen. Im weiteren Verlauf des Programms bot sich dem Publikum die Gelegenheit zur musikalischen Mitgestaltung. Zum Stück "Bamba Tropicalâ" von Luc Gistel waren die Zuschauer eingeladen, mit Handschlagzeuginstrumenten den Rhythmus zu begleiten.

Die Veranstaltung fand statt im Rahmen des Projekts "Gesellschaftliche Teilhabe für ein gelingendes Leben in der 3. und 4. Lebensphase", das von der Katholischen Pfarrei St. Nikolaus und der Theresia-Albers-Stiftung getragen und von der Stiftung Wohlfahrtspflege gefördert wird. Im Rahmen dieses Projekts soll auf dem Gelände der ehemaligen Kirche St. Winfried ein Wohnen mit Service für Senioren mit einer integrierten Begegnungsstätte für die Bewohnerinnen und Bewohner des umliegenden Viertels entstehen.

Dieses Vorhaben verfolgt das Ziel, nicht nur Älteren Menschen Selbstständigkeit und teilhabende Mitgestaltung am Leben in ihrem vertrauten Umfeld zu ermöglichen und die nachbarschaftlichen Beziehungen im Viertel zu stärken. Dies geschieht im Rahmen eines innovativen Ansatzes, bei dem die Ermittlung des Bedarfs an Angeboten im Dialog mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Viertels im Vordergrund steht. Die Zielgruppe ist dadurch als aktiver Mitgestalter in die Durchführung des Projekts einbezogen.

Bereits im Frühjahr letzten Jahres war in diesem Sinne aus einer Gesprächsrunde mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Viertels ein Initiativkreis entstanden, der das Programm eines Cafés mit monatlichen Kulturveranstaltungen plant und gestaltet.
In diesem Zusammenhang war das Konzert ein weiterer Anlass, den Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern des Viertels auszubauen und diese zur Gestaltung des sozialen Miteinanders anzuregen.

Zum Abschluss des Konzerts war das Publikum zu einer warmen Suppe und zum Gespräch eingeladen. Insgesamt war die Veranstaltung viel versprechender Auftakt zu weiteren Aktivitäten im Rahmen des Projektes.

 

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